Das Yin und Yang der Fotografie – Teil 1

idea-guy

Ziemlich tiefsinnig dieser Titel, oder?! Ich wollte nicht einfach “gute & Schlechte Fotos” schreiben, das wäre ja schließlich auch zu einfach gewesen.  Doch genau um diese so genannten guten & schlechten Bilder geht es in diesem Artikel. Mir ist bewusst, dass gut & schlecht nur subjektiv bewertet werden kann und trotzdem wollte ich es mir nicht nehmen lassen ein paar zusammengetragene Ideen & Tipps zu veröffentlichen.

Beim Blickfang geht’s los:

Viele Fotos wirken irgendwie wie Schnappschüsse. Meist liegt es daran, dass zu viele ablenkende Objekte im Bild zu sehen sind. Es fehlt also der eindeutige Blickfang auf dem gemachten Foto. Meist sieht man dies besonders gut, wenn man sich die Bilder nach dem Urlaub bzw. dem Moment der Aufnahme am eigenen Rechner bzw. auf dem Foto anschaut. Hier lenken dann viele Details vom eigentlichen Blickfang ab.  Man muss sich also schon vor der Aufnahme des Bildes ein paar Gedanken zur Wirkung der Bilddetails auf den Betrachter machen.

Nimmt man beispielsweise eine Statue, kann man selber entscheiden, ob ein Mensch mit auf das Bild soll. Sinnvoll wäre es zum Beispiel, wenn man die Größe der Statue demonstrieren möchte. Ein weiterer Punkt wäre zum Beispiel das Bild eines oder mehrerer Wanderer, die im Bild von links nach rechts marschieren. Warum von links nach recht und nicht umgekehrt, wird sich der ein oder andere vielleicht fragen. Nun, da wir unsere Texte von links nach rechts lesen oder schreiben, empfindet unser Auge eben diesen Weg von links nach rechts als normal. So kann es durchaus passieren, dass man ein Bild durch elektronische Bildbearbeitung einfach spiegeln muss um etwas mehr Ruhe ins Bild zu bekommen.

Ein weiterer Aspekt ist die Platzierung des Motivs im Bild. Die meisten Viele Fotografen fokussieren das Hauptmotiv in der Mitte des Bildes; was wiederum nicht verkehrt sein muss, denn fotografiert man die Spiegelung des Wassers, so kann die Platzierung der Mitte recht passend sein. Doch sehr häufig wirkt ein Motiv noch interessanter, wenn es denn links oder rechts platziert ist. Hier darf man dann auch wieder unsere Lesegewohnheiten (von links nach rechts)  ins Spiel bringen.

Um das zu testen, kann man beispielsweise ein einfachen Stuhl an einem freien Platz stellen und diesen dann in den verschiedensten Positionen fotografieren. Mal von links, mal von rechts und dann wieder unten bzw. im oberen Bereich des Bildes platzieren. Schnell sieht man, welche Wirkung die Platzierung des Motivs haben kann.  Hier kann auch der so genannte goldene Schnitt in Betracht gezogen werden. Der goldene Schnitt ist eine wichtige Grundregel zur Positionierung des Motivs, um einen harmonischen Bildaufbau zu erzielen. Ich werde zum Thema goldener Schnitt an anderer Stelle etwas genauer eingehen.

Man kann verschiedene Fotos aber auch anhand der Drittel-Regelung machen. Viele digitale Spiegelreflexkameras bieten auf Knopfdruck (siehe Bedienungsanleitung Deiner Kamera) die Möglichkeit im Live-View-Modus (Echtzeitansicht) so genannte Gitternetzlinien einzublenden. Ein Beispiel von Wikipedia.de zeigt relativ deutlich, wie die Regelung gemeint ist:

Man sieht also deutlich wie das Bild aufgebaut ist. Hier ist das Hauptmotiv am Schnittpunkt einer Linie platziert und somit gedrittelt. Es gilt also das Hauptmotiv am Schnittpunkt einer waagerechten bzw. senkrechten Linie zu platzieren, um die Drittel-Regelung anzuwenden.

Im zweiten Teil dieses Artikels möchte ich dann etwas mehr auf den goldenen Schnitt eingehen. Außerdem befasse ich mich derzeit mit dem Thema Führungslinien und der Leitung des Blickes durch Tiefenschärfe. Doch mehr dazu im nächsten Teil. Sollte jemand etwas in diesem Artikel ergänzen wollen, kann er mich gerne anschreiben bzw. einfach einen Kommentar hinterlassen. Ich bin schließlich kein Übermensch. :)

Antworten